Kultur Weltraum
Der Mondschatten auf der Erde, aufgenommen vom europäischen Satelliten MTG-I1
Eine Animation der Europäischen Weltraumorganisation zeigt den Schattenkegel über Grönland, Island, Portugal und Spanien. Der Satellit beobachtet aus 36'000 Kilometern Höhe.
Die Europäische Weltraumorganisation hat Bilder der totalen Sonnenfinsternis aus dem All veröffentlicht. Eine Animation des Satelliten Meteosat Third Generation Imager, kurz MTG-I1, zeigt den Schattenkegel des Mondes, wie er über die Erdoberfläche zieht und den Totalitätsstreifen nachzeichnet, also jenen Bereich, in dem die Sonne vollständig bedeckt war.
Der Satellit beobachtet aus einer geostationären Umlaufbahn in 36'000 Kilometern Höhe und hält seine Instrumente stabil auf Europa und Nordafrika ausgerichtet. Diese feste Position erlaubt es, die Wanderung des Schattens ohne Wechsel des Bildausschnitts zu verfolgen. Deshalb geben die Aufnahmen die Bewegung durchgehend wieder.
Im Film überquert der Schatten zuerst Grönland und Island, dann den Nordosten Portugals und schliesslich Spanien.
Ein Phänomen aus grosser Distanz betrachtet
In Kontinentaleuropa dauerte die Phase der Totalität nur wenige Minuten. Die partielle Finsternis war dagegen auf einem viel grösseren Gebiet sichtbar: vom Norden Kanadas über die nordischen Länder bis zur Westküste Afrikas und weiter südlich bis nach Sierra Leone und Liberia.
Das Tessin lag ausserhalb des Totalitätsstreifens. Wie il Cantonale vorab berichtete, war die Sonne im Kanton nur teilweise bedeckt, und das Maximum wurde erreicht, als das Gestirn bereits tief am Horizont stand.
Die Aufnahmen aus dem All vermitteln eine Dimension, die vom Boden aus nicht wahrnehmbar ist. Wer sich unter dem Schatten befindet, sieht den Himmel in wenigen Augenblicken dunkler werden, kann aber weder die Form noch die Geschwindigkeit des Flecks erkennen, der über den Planeten zieht.
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