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Schweiz Mobilität

Wer die Verkehrskosten zahlt, fährt tatsächlich weniger Auto

Ein Experiment der Universität Basel mit rund 3600 Personen zeigt: Information allein ändert die Gewohnheiten nicht. Wirksam ist die Belastung eines persönlichen Budgets.

von Brenno 10. August 2026 2 Min. Lesezeit

Wer die Kosten, die der Verkehr der Allgemeinheit aufbürdet, aus der eigenen Tasche bezahlt, setzt sich seltener ins Auto. Das zeigt ein Experiment der Universität Basel mit rund 3600 Personen aus der Deutschschweiz und der Westschweiz. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Review of Economic Studies erschienen.

Diese Kosten stehen nicht auf dem Beleg an der Tanksäule. Es sind die Gesundheitsschäden durch Luftverschmutzung und Lärm, die medizinische Behandlung nach Verkehrsunfällen, die wirtschaftlichen Verluste durch die im Stau verbrachte Zeit und die Schäden des Klimawandels. Getragen werden sie von der gesamten Bevölkerung, auch von jenen, die nie in ein Auto steigen.

Die Universität wollte herausfinden, ob sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmenden beeinflussen und damit die Last für alle verringern lässt. Acht Wochen lang zeichneten die Beteiligten ihre Wege über eine Smartphone-App auf. Nach den ersten vier Wochen teilten die Forschenden sie in drei Gruppen auf.

Die erste Gruppe erhielt lediglich eine Übersicht über ihr Mobilitätsverhalten. Der zweiten wurde erklärt, welche externen Kosten die eben aufgezeichneten Fahrten verursachten. Bei der dritten wurden genau diese Kosten von einem persönlichen Budget abgezogen; den Restbetrag durften die Teilnehmenden am Ende des Experiments behalten.

Information allein genügt nicht

Das deutlichste Ergebnis betrifft die ersten beiden Gruppen. «Die blosse Information über die Kosten führte in den meisten Fällen zu keinen wesentlichen Verhaltensänderungen», fasst die Universität zusammen. Zu wissen, wie stark der eigene tägliche Weg ins Gewicht fällt, reichte also nicht aus, um ihn zu ändern.

Anders bei der dritten Gruppe. Sobald der Betrag tatsächlich von einer für sie bestimmten Summe abgezogen wurde, reduzierten die Teilnehmenden ihre Autofahrten und griffen häufiger auf andere Verkehrsmittel zurück.

Der Vergleich der drei Gruppen betrifft unmittelbar die Sensibilisierungskampagnen, die auf Information setzen. Und er lenkt den Blick auf jene, die diese Kosten heute tragen, ohne sie gewählt zu haben. Offen lässt die Studie, wie ein solcher Mechanismus ausserhalb eines Experiments funktionieren könnte und welche Bevölkerungsgruppen er zuerst treffen würde.

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