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Corippo feiert 50 Jahre Einsatz zur Rettung des Dorfes

Die Stiftung Corippo 1975 hat ein halbes Jahrhundert Tätigkeit in der kleinsten Gemeinde der Schweiz gefeiert, die zu einem Albergo diffuso umgestaltet wurde. Das Projekt geht mit einer zweiten Phase weiter, doch die wirtschaftliche Tragfähigkeit bleibt eine Herausforderung.

von Brenno 19. September 2026 2 Min. Lesezeit Locarnese

Corippo, die kleinste Gemeinde der Schweiz, liegt im Verzascatal oberhalb von Locarno. Das Dorf feierte die fünfzig Jahre der Stiftung Corippo 1975. Das Fest im Dorf markierte ein halbes Jahrhundert Arbeit gegen die Entvölkerung und für den Erhalt der kleinen Steinsiedlung.

Das Projekt hat die Häuser des Dorfes in ein Albergo diffuso umgewandelt. Möglich wurde dies durch die gemeinsame Unterstützung von Bund, Kanton, der Gemeinde Verzasca und der Einwohnerinnen und Einwohner selbst, die ihre Häuser zur Verfügung gestellt haben.

Eine positive Bilanz, aber eine fragile Tragfähigkeit

Der Präsident der Stiftung, Marco Molinari, spricht von einer sehr positiven Bilanz: Die Zahlen des Albergo diffuso seien ermutigend. Doch die Stiftung räumt ein, an der Grenze der wirtschaftlichen Tragfähigkeit zu stehen. Deshalb wurde bereits eine zweite Projektphase eingeleitet: Zwei alte Häuser in Corippo sollen umgebaut werden, um drei neue Zimmer mit bis zu 8 bis 10 zusätzlichen Betten zu schaffen.

An der Feier nahm auch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider teil, die den Gruss des Bundes überbrachte. «Per la Confederazione Corippo è un esempio. Si è deciso insieme di salvare un villaggio, un patrimonio, una cultura» («Für den Bund ist Corippo ein Beispiel. Man hat gemeinsam entschieden, ein Dorf, ein Erbe, eine Kultur zu retten»), sagte sie. Baume-Schneider fügte hinzu, dass die Stiftung die Sache selbst in die Hand genommen und ein Projekt in eine konkrete Realität verwandelt habe. Für die Bundesrätin zeigt die Tatsache, dass es dem Tessin mit der kleinsten Gemeinde des Landes gelungen sei, dieses Erbe aufzuwerten, dass ein altes Erbe aktuell bleiben kann.

Auch der Gemeindepräsident von Verzasca, Ivo Bordoli, unterstrich die Bedeutung des Dorfes für das Tal: «Corippo ha un ruolo importante sia a livello comunale, architettonico e storico, sia a livello turistico. È il fiore all'occhiello della valle» («Corippo spielt eine wichtige Rolle, sowohl auf kommunaler, architektonischer und historischer Ebene als auch touristisch. Es ist das Aushängeschild des Tals»).

Offen bleibt, wie sich die touristische Ausrichtung des Albergo diffuso in den kommenden Jahren mit dem Alltag einer Gemeinde vereinbaren lässt, die nur wenige feste Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Die Stiftung selbst räumt ein, dass das wirtschaftliche Gleichgewicht nicht selbstverständlich ist: Es zu halten, wird wohl bedeuten, weiterhin öffentliche Unterstützung neben den Einnahmen aus dem Tourismus zu suchen, um die Verantwortung für den Erhalt eines gemeinsamen Kulturerbes nicht allein auf den Schultern weniger Familien zu belassen.

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