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Cinéforom wird fünfzehn: Erfolge, aber die Mittel wachsen kaum
Die Stiftung, die das Filmschaffen der Romandie fördert, hat in Locarno ihr fünfzehnjähriges Bestehen gefeiert. Der internationalen Anerkennung steht jedoch kein vergleichbarer Anstieg der Finanzierung gegenüber, warnt Generalsekretär Stéphane Morey.
Cinéforom feiert sein fünfzehnjähriges Bestehen. Die Stiftung, die das Filmschaffen der Westschweiz fördert, wurde 2011 gegründet und wird von den sechs Romandie-Kantonen sowie den Städten Lausanne, Neuenburg und Genf getragen. Das Jubiläum wurde am Freitag in Locarno gefeiert, während des Film Festivals.
An der Feier sprach Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Sie bezeichnete die Stiftung als «essenziale» (essenziell) für die Schweizer Audiovisionslandschaft und ihre Gründung als «scommessa riuscita» (geglückte Wette). «I film raccontano chi siamo» (Filme erzählen, wer wir sind), sagte sie und erinnerte daran, dass die Filmförderung «non è un lusso ma un bene pubblico» (kein Luxus, sondern ein öffentliches Gut) sei.
Die künstlerische Bilanz fällt positiv aus. «Ciò che abbiamo constatato in quindici anni, è che c'è veramente stato uno sviluppo qualitativo, con un vero successo» (Was wir in fünfzehn Jahren festgestellt haben, ist eine echte qualitative Entwicklung mit wirklichem Erfolg), sagt Generalsekretär Stéphane Morey. Zu den geförderten Filmen gehören «La mia vita da Zucchina» («Mein Leben als Zucchini»), ausgezeichnet bei den César und für den Oscar nominiert, sowie «Olga», «Sauvages» und «Le Procès du chien», die an den grossen Festivals von Cannes über Berlin und Venedig bis Locarno gezeigt wurden.
Der internationalen Anerkennung folgte jedoch keine vergleichbare Entwicklung der Mittel. In fünfzehn Jahren stieg das Budget von Cinéforom lediglich von rund 10 auf 11 Millionen Franken, während die Produktionskosten stark zugenommen haben. Die Stiftung unterstützt jährlich rund 80 Projekte, darunter Spielfilme, Serien, Dokumentar- und Kurzfilme, bei 150-200 eingereichten Dossiers. Gestiegen sind hingegen die Beiträge des Bundesamts für Kultur und der SRG an das Westschweizer Filmschaffen.
Der Abstand zu Zürich und die neuen Regeln
Gross bleibt der Abstand zur Deutschschweiz. «Un film di finzione svizzerotedesco può riunire relativamente facilmente cinque milioni di budget unicamente con fondi svizzeri. In Svizzera romanda, un film ben finanziato raggiunge tre milioni, generalmente con una coproduzione internazionale» (Ein Deutschschweizer Spielfilm kann relativ leicht fünf Millionen Budget allein mit Schweizer Geldern zusammenbringen; in der Romandie erreicht ein gut finanzierter Film drei Millionen, in der Regel mit einer internationalen Koproduktion), erklärt Morey.
Deshalb hat Cinéforom sein Reglement überarbeitet und die Kriterien der automatischen Förderung verschärft. «Non basta più essere originari della Svizzera romanda» (Es genügt nicht mehr, aus der Romandie zu stammen), präzisiert der Generalsekretär: Wer in anderen Regionen wohnt, muss mit einer Westschweizer Produktionsgesellschaft zusammenarbeiten. Die regionale Ausgabenpflicht wurde zudem von 100 auf 150% erhöht: Ein Beitrag von 500’000 Franken muss nun rund 750’000 Franken an Ausgaben in der Romandie auslösen.
Sorgen bereitet schliesslich die SRG-Reform, die die regionalen Finanzierungen abschaffen könnte. «Il fatto che non vi sia più uno stanziamento riservato alla Svizzera romanda è preoccupante» (Dass es keinen der Romandie vorbehaltenen Betrag mehr gibt, ist besorgniserregend), sagt Morey, der Folgen für die Westschweizer Produktionsgesellschaften befürchtet. Ermutigende Signale kommen vom Publikum: Baume-Schneider verwies auf einen Anstieg der Kinoeintritte in der Romandie um 30% seit Jahresbeginn, räumte aber ein, dass die Branche angesichts der Konkurrenz der Plattformen und der Schwierigkeiten der Kinosäle «fragile» (fragil) bleibe.
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