Kanton Wasserqualität
Schwimmende Inseln auf dem Ceresio gegen Algen und Cyanobakterien
Drei Gemeinderatsmitglieder von AlternativA fragen den Stadtrat von Mendrisio, ob er in Capolago modulare Strukturen mit Wasserpflanzen erproben will, die Stickstoff und Phosphor aufnehmen. Das Projekt entstand unter Mitwirkung der Supsi.
Drei Gemeinderatsmitglieder von AlternativA in Mendrisio, Jacopo Scacchi, Monika Fischer Kiskanc und Giampaolo Baragiola, haben eine Anfrage eingereicht, die schwimmende Inseln auf dem Ceresio vorschlägt. Sie wollen wissen, ob der Stadtrat das Projekt kennt und einen Versuch prüfen will, insbesondere im Gebiet von Capolago.
Das Problem, von dem der Vorstoss ausgeht, kehrt regelmässig wieder und betrifft das ganze Becken. In den wärmeren Perioden kommt es im See zu Algen- und Cyanobakterienblüten, die Wasserqualität, Badesicherheit und das touristische Bild der Region beeinträchtigen. Cyanobakterien können zudem Giftstoffe bilden und zur vorübergehenden Schliessung von Badezonen führen.
Wie sie funktionieren
Vorgeschlagen werden schwimmende Module, auf denen Wasserpflanzen wachsen. Die Wurzeln reichen direkt ins Wasser und nehmen überschüssigen Stickstoff und Phosphor auf, also jene Nährstoffe, die das Algenwachstum antreiben. Werden Nährstoffe entzogen, sinken die Bedingungen, die eine Blüte begünstigen. Es handelt sich um eine Form der Pflanzenkläranlage, eine in künstlichen Becken und Flussabschnitten bereits erprobte Technik, hier auf einen natürlichen See angewendet. Das Projekt wurde unter Mitwirkung der Supsi entwickelt.
Die Fragestellenden präsentieren die Idee als Versuch, drei sonst getrennt behandelte Ziele zusammenzubringen: Umweltschutz, Landschaftsqualität und Aufwertung des Gebiets. Ein bepflanztes schwimmendes Modul, halten sie fest, sei keine technische Anlage zum Verstecken, sondern ein Element, das sich in die Seenlandschaft einfügen lasse.
Offen lässt die Anfrage die Frage der Wirksamkeit im Massstab. Die Menge an Stickstoff und Phosphor, die einige schwimmende Inseln aufnehmen können, ist den Frachten gegenüberzustellen, die aus Kläranlagen, landwirtschaftlicher Abschwemmung und diffusen Einleitungen ins Becken gelangen. Der Ceresio hat überdies einen langsamen Wasseraustausch, einer der Gründe, weshalb sich Nährstoffe darin ansammeln. Ein Versuch diente genau dazu, dieses Verhältnis zu messen, das auf dem Papier unsicher bleibt.
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