Kultur Ausstellungen
In der Casa Rusca sechzig Werke über die Mechanismen des Blicks
«L'occhio dinamico. Traiettorie della percezione» wird am 6. August eröffnet und bleibt bis zum 10. Januar 2027 zu sehen. Die von Marco Franciolli kuratierte Schau entsteht anlässlich des Locarno Film Festival.
Das Museum Casa Rusca in Locarno zeigt vom 6. August 2026 bis zum 10. Januar 2027 die Ausstellung «L'occhio dinamico. Traiettorie della percezione». Die Gruppenausstellung wird von Marco Franciolli kuratiert und ist anlässlich des Locarno Film Festival entstanden.
Das Projekt befasst sich mit den Mechanismen des Sehens in der Kunst des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts. Im Zentrum steht das Verhältnis zwischen Wahrnehmung, Bewegung und Bildkonstruktion.
Die Schau versammelt sechzig Werke von Schweizer und internationalen Kunstschaffenden. Zu den vertretenen Namen gehören Alberto Biasi, Gianni Colombo, Dadamaino, Franco Grignani, Florence Henri, Markus Raetz, Jean Tinguely, Grazia Varisco, Felice Varini und Victor Vasarely.
Sechs Abteilungen gegen die Vorstellung eines neutralen Blicks
Der Rundgang ist in sechs Abteilungen gegliedert und stellt die Vorstellung infrage, der Blick sei neutral. Er beginnt bei optischen Täuschungen und visuellen Paradoxien und führt zu immersiven Installationen, die den Körper der Betrachtenden einbeziehen.
Ein Teil ist den Anamorphosen gewidmet, also Bildern, die sich nur von einem bestimmten Standpunkt aus zusammenfügen. Der abschliessende Abschnitt behandelt die Wirkung von Algorithmen, verstanden als Vorrichtungen, welche die heutige Wahrnehmung ordnen und filtern.
Die Eröffnung fällt mit dem Beginn des Festivals zusammen und stärkt die Verbindung zwischen Museum und Veranstaltung. Der Katalog vereint Beiträge von Fachleuten und enthält einen Essay von Giona A. Nazzaro über das Verhältnis zwischen Wahrnehmungsphänomenen und Filmsprache.
Begleitet wird das Projekt von einer Publikation der Edizioni Casagrande und von einem Vermittlungsprogramm, das mit Institutionen der Region erarbeitet wurde. Beteiligt sind das CISA, das Kunstmuseum Mendrisio, die SUPSI, das Palacinema und die Kantonsbibliothek Locarno, mit Führungen und Werkstätten.
Unterstützt wird die Ausstellung vom Departement für Erziehung, Kultur und Sport des Kantons Tessin über den Swisslos-Fonds, von der Ernst Göhner Stiftung und von der Fondazione cultura nel Locarnese.
Die Laufzeit reicht weit über die Festivaltage hinaus. Wer Locarno im Herbst oder zu Beginn des Jahres 2027 besucht, findet somit weiterhin eine Schau vor, die als Gegenüber zum Kino gedacht ist.
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