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Wirtschaft Energie

In der EU sinkt die Kohle auf 9,2 Prozent der Stromproduktion

Die Eurostat-Daten zeigen den historischen Tiefstwert für Steinkohle und Braunkohle, die 1990 noch über einen Drittel der Produktion deckten. Seit 2024 erzeugt die Sonne mehr.

von Redazione 13. August 2026 3 Min. Lesezeit

Im Jahr 2025 deckte die Kohle 9,2 Prozent der Bruttostromproduktion der Europäischen Union. Das ist der tiefste je gemessene Wert. Die Zahl stammt von Eurostat.

Sie fasst zwei getrennte Energieträger zusammen. Die Steinkohle machte 3,7 Prozent des Totals aus, also 105'601 Gigawattstunden, die Braunkohle 5,5 Prozent oder 154'186 Gigawattstunden. 2024 war der Gesamtanteil erstmals unter zehn Prozent gefallen, 2025 sank er weiter.

Fünfunddreissig Jahre Rückgang

Der Vergleich mit der Vergangenheit zeigt das Ausmass der Veränderung. 1990 stand die Kohle für mehr als einen Drittel des gesamten in der Union produzierten Stroms. Im Jahr 2000 war der Anteil bereits auf 30,4 Prozent gesunken. Der Trend setzte sich stetig fort, mit leichten Erholungen nur zwischen 2011 und 2012 sowie zwischen 2021 und 2022, letztere im Zusammenhang mit der Energiekrise nach dem Angriff auf die Ukraine.

Auch die relative Stellung der beiden Energieträger hat sich verändert. 1990 waren Steinkohle und Braunkohle mit 19,8 und 15,3 Prozent die zweit- und die drittwichtigste Quelle der Stromerzeugung. 2025 sind sie auf den siebten und den sechsten Platz zurückgefallen, hinter Kernenergie, Erdgas und erneuerbare Brennstoffe.

Eurostat listet auch die Abfolge der Überholmanöver auf. Beide Kohlearten wurden 1994 von der Kernenergie überholt, 2019 vom Erdgas, 2023 von Wasserkraft und Windkraft und 2024 von der Sonnenenergie. Die Fotovoltaik brauchte etwas mehr als ein Jahrzehnt, um von einer Randgrösse zu einer Quelle zu werden, die mehr Strom liefert als die Kohle.

Für die Schweiz hat die Zahl eine indirekte, aber konkrete Bedeutung. Das Land ist an das europäische Netz angeschlossen und importiert Strom vor allem in den Wintermonaten, wenn die Wasserkraftproduktion zurückgeht. Die Zusammensetzung des Kraftwerkparks der Nachbarländer bestimmt deshalb sowohl den Preis als auch den Emissionsgehalt der Energie, die über die Grenze fliesst.

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