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Schweiz Schule

Hitze im Klassenzimmer: Lehrerverbände fordern Massnahmen an den Schulhäusern

Die Lehrerorganisationen beklagen fehlende nationale Daten zu den Temperaturen im Unterricht. Sie verlangen Monitoring, begrünte Pausenplätze und nächtliche Auskühlung der Gebäude.

von Brenno 14. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Hitze dieses Sommers rückt das Problem der Schulhäuser wieder in den Mittelpunkt. Die Lehrerverbände trafen sich in Bern, um vor den Folgen hoher Temperaturen für das Lernen zu warnen, gerade während ein grosser Teil des Landes in die Schule zurückkehrt.

Anders als im Tessin, wo das Schuljahr später beginnt, sind am Montag die Schülerinnen und Schüler in elf deutschsprachigen Kantonen zurückgekehrt. In der Waadt, in Neuenburg, in Genf und im Jura beginnt der Unterricht nächste Woche.

«Unsere Schulen sind nicht einfach Infrastruktur. Sie sind eigentliche pädagogische Werkzeuge», erklärte David Rey, Präsident des Syndicat des enseignants romands. Für ihn wirkt alles auf das Lernen ein: die Luftqualität, das Tageslicht, die Akustik der Räume. Rey verwies auf Studien, wonach die Konzentrationsfähigkeit bei Hitze abnimmt, und hielt fest, dass viele Schulhäuser nicht für immer häufigere Hitzewellen gebaut wurden.

Das nationale Bild fehlt

Der SER und sein deutschsprachiges Pendant LCH kritisieren das Fehlen genauer gesamtschweizerischer Daten. Niemand weiss systematisch, welche Temperaturen in den Klassenzimmern des Landes während Hitzewellen erreicht werden.

Genau hier setzen die Forderungen der Verbände an: ein regelmässiges Monitoring von Temperatur und Luftqualität, die Begrünung der Pausenplätze und die nächtliche Auskühlung der Gebäude.

Die bisherigen Antworten waren lokal und improvisiert. Rey erinnerte daran, dass Genf die Präsenzpflicht für die jüngsten Kinder vorübergehend ausgesetzt hat, dass mehrere Westschweizer Städte die Schulkalender angepasst haben und dass Schulen in Zürich und Luzern die Unterrichtstage verkürzt haben.

Die Organisationen nannten vier Prioritäten: eine koordinierte Beurteilung der Schulliegenschaften, die Aufnahme pädagogischer und klimatischer Anforderungen in Architekturprojekte, den Einbezug von Personal und Schülerschaft in die Raumplanung sowie mehr Grünflächen, damit Schulen der Hitze besser standhalten.

«Die Zukunft der Schule vorzubereiten heisst, die Zukunft der Gebäude vorzubereiten», fasste Rey zusammen. Die Verbände wollen nun eine Grundsatzdiskussion mit den Gemeinde- und Kantonsbehörden eröffnen.

Das Thema betrifft auch das Tessin, wo der Unterricht Ende August wieder beginnt und wo die Temperaturen in den vergangenen Wochen lange über den saisonüblichen Werten lagen. Entscheide über Gebäude fallen jedoch in langen Zeiträumen und mit Investitionen, die den Gemeinden obliegen, während sich die Hitzewellen jeden Sommer einstellen.

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