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Schweiz Klima

Fünf weniger bekannte Folgen der extremen Hitze in der Schweiz

Die Hitzewellen haben Reaktoren gestoppt, Gleise verformt und Seen über die gesetzlichen Grenzwerte erwärmt. Beim Gemüse wiegen die Bewässerungskosten, während von Zecken übertragene Krankheiten zurückgehen.

von Brenno 4. August 2026 3 Min. Lesezeit

Extreme Hitze lässt sich nicht nur am Thermometer messen. Eine Analyse von SWI swissinfo.ch von Luigi Jorio versammelt einige weniger sichtbare Folgen der Hitzewellen in der Schweiz.

Die erste betrifft den Strom. Am 26. Juni stellte Axpo zwei Reaktoren in Beznau im Aargau ab, als das Wasser der Aare 25 Grad erreichte. Dieselbe Anlage hatte die Produktion bereits im Juli davor vorübergehend unterbrochen. In Frankreich wurden 3 von 57 Reaktoren abgeschaltet, weitere 8 fuhren die Leistung zurück. Nach Schätzungen von EDF wird der Klimawandel die Verfügbarkeit der Reaktoren bis 2050 um jährlich rund 2 Prozent verringern.

Die zweite betrifft die Bahn. Die Hitze dehnt den Stahl der Schienen aus und verformt Gleise und Fahrleitungen. Im Juni verzeichneten die SBB hitzebedingte Störungen an Infrastruktur und Rollmaterial, während in Frankreich Dutzende Züge auf Hochgeschwindigkeitsstrecken ausfielen. Die SBB kühlen die Gleise nun mit Tankwagen und wollen Holzschwellen durch hitzebeständigere Betonschwellen ersetzen.

Trinkwasser, Gemüse und Zecken

Die dritte Folge betrifft das Trinkwasser. Die Schweizer Seen erreichten Temperaturen von bis zu 7 Grad über dem Mittel der Jahre 1983 bis 2024. Der Verband, der das Wasser des Bodensees bewirtschaftet, wies darauf hin, dass die Wärme die Vermehrung von Legionellen begünstigt. Das Gesetz setzt die Grenze bei 25 Grad, doch dieser Wert lässt sich nicht mehr überall einhalten.

Die vierte betrifft den Einkauf. Während der Hitzewellen müssen die Landwirte mehr bewässern. Coop rechnete mit Auswirkungen auf die Preise in den folgenden Wochen, während Migros zunächst keine Erhöhungen vornahm. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten forderte eine angemessene Entschädigung für den zusätzlichen Bewässerungsaufwand. Kartoffeln drohen unverkäuflich zu bleiben, wenn sie die vom Handel verlangte Grösse nicht erreichen.

An diesem Punkt ist die Frage nicht nur technisch. Die Kosten für Wasser und Mehrarbeit tragen entweder die Produzierenden oder die Kaufenden, und die Verteilung hängt mehr von den Vereinbarungen mit dem Grossverteiler ab als vom Klima.

Die fünfte Folge weist in die andere Richtung. Im Juni sanken die Fälle von Zeckenenzephalitis auf 1,18 pro 100 000 Einwohnende, gegenüber 1,46 im Vorjahr. Die Lyme-Borreliose ging von 28,45 auf 23,16 Fälle pro 100 000 Einwohnende zurück. Zecken meiden nämlich extreme Hitze.

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