Welt Ermittlungen
Bologna: forensische Ermittlungen zum Tod von Fakir bei Polizeieinsatz
In Bologna hat die Staatsanwaltschaft eine technische Rekonstruktion des Ortes angeordnet, an dem Abderrahim Fakir starb, ein 42-jähriger Marokkaner, der am 19. Juli während eines Polizeieinsatzes ums Leben kam. Am 10. August wird die Bodycam eines der beiden wegen fahrlässiger Tötung beschuldigten Beamten untersucht.
Am 19. Juli starb Abderrahim Fakir, ein 42-jähriger marokkanischer Staatsbürger, im Bologneser Quartier Pilastro während eines Polizeieinsatzes. Der Mann war in der Via Svevo zu Besuch bei Verwandten, als Anwohner die Polizei riefen, weil er in einer Garage randalierte. Vor Ort trafen eine Polizeistreife und ein Rettungswagen des Notdienstes 118 ein. Die Beamten versuchten, ihn zu fixieren, während er sich wehrte; eine dritte Person half, indem sie seine Knöchel festhielt. Kurz darauf verlor Fakir das Bewusstsein und starb.
Die Staatsanwaltschaft Bologna hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet. Die beiden eingesetzten Polizisten wurden ins Ermittlungsregister eingetragen, ebenso vier Rettungshelfer des Roten Kreuzes, die nach der Fixierung eintrafen. Die Computertomografie am Körper zeigte blutgefüllte Lungen, ein Befund, der mit Erstickung vereinbar ist. Für die histologischen und toxikologischen Untersuchungen wurden neunzig Tage bewilligt.
Neue technische Untersuchungen
Am 3. August führten Carabinieri des Ris Parma eine neue Begehung der Garagen in der Via Svevo durch. Sie setzten Drohnen und Laserscanner ein, um den Tatort dreidimensional zu rekonstruieren und die letzten Lebensmomente von Fakir nachzubilden. Die Ermittler gleichen zudem Videos von Anwohnern mit Bildern von Überwachungskameras und den Bodycams der Beamten ab.
Für den 10. August ist in Rom eine weitere technische Untersuchung vorgesehen, die dem Ris übertragen wurde: Es geht um die Bodycam eines der beiden Polizisten. Ziel ist es, die Daten des Geräts zu extrahieren, eine forensische Kopie anzufertigen und die Bild- und Tonqualität zu verbessern. An der Untersuchung können auch Sachverständige der Parteien teilnehmen. Zudem läuft der Versuch, das Mobiltelefon von Fakir zu entsperren, aus dem vor der Sperre mangels Code bereits einige Daten extrahiert worden waren; die Ermittler suchen zudem nach einem zweiten Telefon, das der Mann bei sich gehabt haben soll.
Unter den Zeugen befindet sich ein Mann aus Osteuropa, der den Beamten geholfen hatte, Fakirs Knöchel festzuhalten. Berichten zufolge habe er sich nach Drohungen von der Gegend entfernt.
Der Tod von Fakir löste in den Tagen nach dem 19. Juli im Quartier Pilastro Proteste aus, mit Kundgebungen und Spannungen. Die Familie des Opfers wird vom Anwalt Fabio Anselmo vertreten, die beiden Polizisten werden vom Anwalt Gabriele Bordoni verteidigt.
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