Welt Rotes Meer
Vier Seeleute bei Angriff in der Meerenge von Bab el-Mandeb getötet
Drei pakistanische Opfer und ein indonesisches auf einem Frachtschiff vor Jemen. Das Schiff, das zu Hilfe kam, geriet seinerseits unter Beschuss.
Bei einem Angriff auf ein Frachtschiff in der Meerenge von Bab el-Mandeb vor der jemenitischen Küste sind vier Seeleute ums Leben gekommen. Drei der Opfer waren pakistanische Staatsangehörige, das vierte ein indonesisches. Gemeldet wurde der Vorfall von der britischen Seesicherheitsfirma Vanguard und von der Schifffahrtsüberwachungsstelle Ukmto.
Nach dem ersten Angriff kam eine Einheit der jemenitischen Marine dem Schiff zu Hilfe. Sie geriet ihrerseits unter Beschuss, ein Militärangehöriger wurde verletzt.
Die pro-saudische Regierung, die einen Teil des Landes kontrolliert, macht die Huthi-Milizen für die Aktion verantwortlich. Nach Angaben der Agentur Reuters wären es, sollte sich diese Darstellung bestätigen, die ersten Todesopfer durch Angriffe der Rebellen in diesem Seeabschnitt.
Bab el-Mandeb ist der zwingende Durchgang zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden und damit das südliche Tor zur Route in Richtung Sueskanal. Jede Unterbrechung des Verkehrs an dieser Stelle zwingt die Reedereien zur Wahl zwischen dem Risiko und der Umfahrung Afrikas, was Lieferfristen und Kosten der nach Europa bestimmten Güter erhöht.
Ein Waffenstillstand, der nicht mehr hält
Der Angriff fällt in eine Zeit, in der der jemenitische Bürgerkrieg nach Jahren der Waffenruhe wieder aufgeflammt ist. Der Konflikt stellt die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte den mit Iran verbundenen Huthi-Milizen gegenüber und hat bereits mehrere Phasen der Eskalation und der Aussetzung durchlaufen.
Der Unterschied zur Vergangenheit betrifft die menschliche Bilanz solcher Vorfälle. Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Region hatten bisher vor allem Sachschäden, Routenänderungen und höhere Versicherungsprämien zur Folge. Der Tod von vier Besatzungsmitgliedern verschiebt das Problem auf eine andere Ebene, jene der Sicherheit der Menschen, die an Bord arbeiten.
Wer tatsächlich das Feuer eröffnet hat, ist bislang unabhängig nicht bestätigt. Zu klären bleiben die Flagge des Schiffs, die geladene Fracht und der Ablauf des zweiten Angriffs auf die zu Hilfe geeilte Militäreinheit.
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.