Wirtschaft Technologieindustrie
Apple senkt die Prognosen wegen der Knappheit an Speicherchips
Der Konzern erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 9 und 11 Prozent statt der von der Wall Street erwarteten 12 Prozent. Die von der künstlichen Intelligenz erzeugte Speichernachfrage setzt die Lieferkette unter Druck.
Apple rechnet für die kommenden Monate mit einem verhalteneren Umsatzwachstum und mit Druck auf die Margen. Der Grund liegt in den Schwierigkeiten der technologischen Lieferkette, die mit dem Boom der Infrastrukturen für künstliche Intelligenz zusammenhängen.
Der Engpass betrifft insbesondere die Speicherchips. Finanzchef Kevan Parekh nannte ein Umsatzwachstum zwischen 9 und 11 Prozent, weniger als die 12 Prozent, die die Wall Street erwartet hatte.
Bei der Präsentation der Zahlen warnte Tim Cook die Investoren, die Auswirkungen der geringeren Flexibilität der Beschaffungskette würden deutlich zunehmen.
Drei Lieferanten für die Speicher
Cook hob die Abhängigkeit des Konzerns von nur drei Lieferanten hochwertiger DRAM-Speicher hervor. Es handelt sich um Micron in den Vereinigten Staaten sowie um SK Hynix und Samsung in Südkorea. Nach Cook wäre der Eintritt eines weiteren Lieferanten hilfreich gewesen.
Die Konzentration des Angebots erklärt, warum sich die von den Rechenzentren für künstliche Intelligenz erzeugte Nachfrage auf Konsumprodukte auswirkt. Dieselben Speicher werden für Server und für Geräte benötigt, und wer mehr zahlt, erhält die Lieferungen.
Die Wirkung auf die Preise war bereits sichtbar. Im Juni hatte Apple die Listenpreise für MacBook und iPad um 20 Prozent erhöht und den Entscheid mit der Knappheit an Speicherchips begründet.
Die finanzielle Lage des Konzerns bleibt gleichwohl solide. Apple hat den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt zurückerobert, mit einer Kapitalisierung von fünftausend Milliarden Dollar.
Es ist das letzte Quartalsergebnis, das Tim Cook vorlegt, bevor er im September die Führung des Unternehmens abgibt. Der Wechsel erfolgt somit in einer Phase, in der die wichtigste Einschränkung nicht die Nachfrage betrifft, sondern den Zugang zu Bauteilen.
Der Konzern hat nicht angegeben, wie lange er mit der angespannten Lage bei den Speichern rechnet und ob weitere Preisanpassungen vorgesehen sind. Er hat auch nicht präzisiert, ob die im Juni beschlossene Preiserhöhung auf weitere Produktlinien ausgedehnt wird.
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