Welt Künstliche Intelligenz
Anthropic übertrifft in einem Quartal 11,5 Milliarden Dollar Umsatz
Der vorläufige Umsatz des zweiten Quartals liegt mehr als vierzehnmal höher als im gleichen Zeitraum 2025. Das Unternehmen hinter Claude nähert sich einem möglichen Börsengang bereits im Herbst.
Anthropic hat das zweite Quartal mit einem vorläufigen Umsatz von über 11,5 Milliarden Dollar abgeschlossen, wie aus von Bloomberg eingesehenen Unterlagen hervorgeht. Das ist eine Steigerung um mehr als das 14-Fache gegenüber demselben Zeitraum 2025, als das Unternehmen 787 Millionen Dollar einnahm, und ein weiterer Sprung gegenüber den 4,73 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2026.
Die Zahlen sind vorläufig und könnten noch revidiert werden, zeigen aber einen klaren Trend: Das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude erzielte im Zeitraum zudem einen positiven bereinigten operativen Gewinn. Das Wachstum fällt in eine Phase, in der Anthropic mit OpenAI um grosse Firmenkunden konkurriert und bei Fachleuten an Boden gewinnt, die seiner Software Aufgaben wie das Schreiben von Code anvertrauen.
Im Mai hatte Anthropic mitgeteilt, dass der annualisierte Umsatz die Marke von 47 Milliarden Dollar überschritten habe, gegenüber rund 10 Milliarden Dollar Umsatz im gesamten Jahr 2025.
Die Prüfung durch den Markt
Diese Zahlen kommen, während sich das Unternehmen auf einen möglichen Börsengang bereits im Herbst vorbereitet. Ein Debüt würde Anthropic zu einem der ersten grossen privaten Unternehmen der künstlichen Intelligenz machen, das an die Börse geht, und den Zugang zu neuem Kapital öffnen, um die steigenden Kosten für Rechenzentren-Infrastruktur, den Kauf fortschrittlicher Hardware und den Bau spezialisierter Rechenzentren zu decken.
Der positive operative Gewinn, so bereinigt und vorläufig er auch ist, unterscheidet Anthropic von einem Teil der Branche für künstliche Intelligenz, wo stark steigende Umsätze oft noch mit erheblichen Verlusten aus Investitionen in Rechenkapazität einhergehen. Offen bleibt, ob ein Wachstumstempo dieser Grössenordnung tragfähig bleibt, wenn sich der Markt verlangsamt, und ob die Margen standhalten, sobald sich der Wettbewerb zwischen den grossen Anbietern von Sprachmodellen stärker auf die Preise auswirkt. Ein Börsengang würde die bislang nur vorläufig veröffentlichten Zahlen des Unternehmens einer unabhängigen Prüfung unterziehen, die sie bisher noch nicht durchlaufen haben.
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