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Schweiz Klima

Tausende demonstrieren in Genf und Lausanne fürs Klima

Tausende Menschen haben in Genf und Lausanne für griffigere Massnahmen gegen den Klimawandel demonstriert. Die von über hundert Organisationen getragene Mobilisierung setzt sich in den kommenden Wochen in mehreren Schweizer Städten fort, darunter Bellinzona.

von Brenno 20. September 2026 2 Min. Lesezeit

Am Samstagnachmittag sind in Genf und Lausanne Tausende Menschen durch die Strassen gezogen, um griffigere Massnahmen gegen den Klimawandel zu fordern. Die Umzüge wurden nach einem von starken Hitzewellen geprägten Sommer organisiert, unter dem Motto «Soffocare non è inevitabile» (Ersticken ist nicht unausweichlich).

Auf den Transparenten der Demonstrierenden waren Botschaften wie «Non c'è un pianeta B» (Es gibt keinen Planeten B), «L'aereo del futuro è il treno» (Das Flugzeug der Zukunft ist der Zug) und «Siamo fritti» (Wir sind erledigt) zu lesen. Die Mobilisierung wurde von einer Koalition aus über hundert Verbänden, Organisationen und Parteien getragen. Die Forderungen betreffen zwei Bereiche: die Massnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen zu beschleunigen und gleichzeitig jene zur Anpassung an die Folgen der Erderwärmung zu verstärken, die sich bereits in immer heisseren Sommern und Trockenperioden zeigen.

Aus Sicht der Organisatoren kommen die bestehenden Klimapläne angesichts der Dringlichkeit der Lage nicht schnell genug voran. Die Koalition «Pas d'été à 50 degrés» (Kein Sommer mit 50 Grad) warnt, dass die Schweiz ohne einen Kurswechsel in der öffentlichen Politik bis 2050 sommerliche Temperaturen von 50 Grad erreichen könnte.

Neue Kundgebungen bis im Oktober

Die Proteste enden nicht mit diesem Wochenende. Bereits geplant sind weitere Kundgebungen in mehreren Schweizer Städten, darunter Freiburg, Bellinzona, Bern, Zürich und Chur, bis zum 2. Oktober. Die Etappe in Bellinzona bringt die Mobilisierung auch ins Tessin und bezieht damit auch die italienische Schweiz in den Protestkalender ein.

Die immer häufigeren Hitzewellen belasten die Bevölkerung ungleich: Sie treffen vor allem Menschen, die im Freien arbeiten oder in schlecht isolierten Wohnungen leben und sich keine Klimatisierung leisten können, und setzen Spitäler und öffentliche Dienste an heissen Sommertagen unter Druck. Die Forderungen der Demonstrierenden werfen Fragen auf, die in den kommenden Wochen auch die Tessiner und die eidgenössische Politik betreffen: Wie schnell werden angekündigte Massnahmen in konkrete Entscheide umgesetzt, und wer trägt die Kosten einer Anpassung, die laut der Trägerkoalition keinen Aufschub mehr duldet.

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