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Welt Streik in Italien

Generalstreik in Italien: volle Plätze und Spannungen in Rom und Turin

Studierende, Arbeitnehmende und Rentnerinnen und Rentner haben in über 60 Städten gegen Aufrüstung und hohe Lebenshaltungskosten demonstriert. Am Abend kam es in Rom und Turin zu Zusammenstössen, mit Festnahmen und Verletzten.

von Brenno 31. Oktober 2026 2 Min. Lesezeit

Der von der Basisgewerkschaft USB ausgerufene Generalstreik hat am Freitag Studierende, Arbeitnehmende, Rentnerinnen und Rentner sowie prekär Beschäftigte in mehr als sechzig italienischen Städten auf die Strasse gebracht. Die Protestierenden forderten ein Ende der Aufrüstung und Massnahmen gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Unter den Teilnehmenden waren auch Kinder, manche im Kinderwagen, andere an der Hand ihrer Eltern. Auf einem Transparent stand: "Ho 10 anni e sciopero per il mio domani" (Ich bin 10 Jahre alt und streike für meine Zukunft).

An der Mobilisierung beteiligten sich auch Landwirtinnen und Landwirte, Wohnbewegungen, pro-palästinensische Organisationen und mehrere Gewerkschaften. In Bari demonstrierte die Feuerwehr für mehr Mittel für ihre Arbeit. In Rom tanzte eine Ballerina vor dem Bildungsministerium zu den Klängen von "Bella ciao".

Friedliche Umzüge, danach abendliche Spannungen

Die meisten Umzüge verliefen ohne Zwischenfälle, Demonstrierende und Ordnungskräfte gerieten dabei nie aneinander. Am Abend spitzte sich die Lage jedoch in Rom und Turin zu. In der Hauptstadt löste sich in der Nähe des Kolosseums eine Gruppe vom Hauptumzug, warf Gegenstände gegen die Polizei und zündete Abfallcontainer an; die Ordnungskräfte reagierten mit einem Einsatz. Später kam es erneut zu Spannungen an der Ponte Sisto und am Lungotevere Testaccio, wo Wasserwerfer eingesetzt wurden, um die Menge zu zerstreuen. Die Bilanz: acht Festnahmen.

In Turin flogen Eier und Flaschen, auch hier kamen Wasserwerfer und Tränengas in der Nähe der Präfektur und in der Altstadt zum Einsatz. Verletzte gab es auch in Mestre und Vicenza, wo Demonstrationszüge versucht hatten, Polizeisperren zu durchbrechen.

Bei den Teilnehmerzahlen gehen die Schätzungen weit auseinander. Die USB spricht von eineinhalb Millionen Teilnehmenden und betont die starke Präsenz von Jugendlichen und Studierenden; die Mobilisierung solle weitergehen. Das Innenministerium zählte dagegen 255'000 Teilnehmende. Innenminister Matteo Piantedosi erklärte, das Recht auf friedliche Demonstrationen sei trotz einzelner gewaltsamer Vorfälle gewährleistet worden.

Der Protest erreichte auch die Häfen: Eine gewerkschaftliche Aktion gegen den Waffenhandel betraf mehr als hundert Hafenanlagen in 17 Ländern. In Genua und Neapel zogen Studierende und Arbeitnehmende ohne Zwischenfälle in die Hafengebiete.

Hinter den Zahlen und den Zusammenstössen steht die von den Protestierenden aufgeworfene Frage: die Wahl zwischen Investitionen in Waffen oder in Dienstleistungen und Löhne. Eine Frage, die auch jene betrifft, die wie die Feuerwehrleute oder die prekär Beschäftigten mehr Mittel für ihre tägliche Arbeit fordern.

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