Wirtschaft Innovation und Arbeit
Robotik: 217 Firmen in der Schweiz, mehr als die Hälfte aus der Forschung
Laut dem jüngsten Monitoring der Raiffeisen gibt es in der Schweiz 217 Robotik-Firmen, mehr als die Hälfte davon stammt aus Hochschulen und Forschungsinstituten. Die Untersuchung schätzt, dass die Robotik künftig rund jeden dritten Arbeitsplatz betreffen könnte, ist aber nicht zwingend eine Antwort auf den Fachkräftemangel.

Die Robotik nimmt in der Schweiz eine herausragende Stellung ein. Das zeigt das jüngste Wirtschaftsmonitoring der Raiffeisen. Es beschreibt ein stark wachsendes Ökosystem, das eng mit der universitären Forschung verbunden ist.
Die Untersuchung zählt 217 Unternehmen, die dem Bereich zuzuordnen sind. Davon entwickeln und produzieren 109 Unternehmen direkt Roboter.
Mehr als die Hälfte der Unternehmen ist aus Hochschulen und Forschungsinstituten hervorgegangen. Eine zentrale Rolle spielen die ETH Zürich und die EPFL in Lausanne: Von diesen beiden Hochschulen stammen rund 80 Prozent der universitären Spin-offs, die in diesem Bereich aktiv sind.
Die Branche besteht vor allem aus kleinen und mittleren Betrieben: 87 Prozent der Unternehmen beschäftigen weniger als 100 Mitarbeitende. Insgesamt sichert der Sektor rund 7'000 Arbeitsplätze.
Anwendungen und Finanzierung
Eine Stärke liegt bei Systemen, die sich selbstständig in komplexen Umgebungen bewegen können. Dazu gehören Drohnen und mobile Roboter, aber auch hoch spezialisierte Anwendungen.
Als Beispiel wird Roboa genannt, ein aus der ETH Zürich hervorgegangenes Unternehmen. Es entwickelt schlangenförmige Roboter, die Rohrleitungen und schwer zugängliche Räume inspizieren sollen. Tethys Robotics stellt dagegen Unterwasserroboter her, die Offshore-Infrastrukturen überwachen und weitere Arbeiten im Meer übernehmen.
Auch die industrielle Robotik ist in Schweizer Fabriken verbreitet. Das Land zählt 29 Industrieroboter pro tausend Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe, eine höhere Dichte als in Frankreich, Österreich, Kanada und China.
Auch bei der Finanzierung gehört die Schweiz zur europäischen Spitze. Laut dem European Spinouts Report 2025 haben Robotik-Spin-offs aus der ETH rund 785 Millionen US-Dollar Risikokapital eingeworben. Jene der EPFL haben etwa 508 Millionen US-Dollar angezogen.
Die Investitionen betreffen sehr unterschiedliche Bereiche, von der minimalinvasiven Chirurgie bis zur Landwirtschaft. Dazu zählen auch autonome Systeme zur Unkrautkontrolle.
Die Studie von Raiffeisen schätzt, dass die Robotik künftig rund jeden dritten Arbeitsplatz in der Schweiz betreffen könnte. Das grösste Potenzial liegt in der Industrie und im Bau, wo viele Tätigkeiten heute schon automatisierbar sind. Am stärksten betroffen sind Hilfskräfte in Industrie und Bau, Elektriker, Maschinen- und Anlagenbediener sowie Metallverarbeiter.
Langsamer verläuft die Ausbreitung dagegen in Tätigkeiten mit viel menschlichem Kontakt, etwa bei Pflege und Begleitung von Menschen.
Die wachsende Präsenz von Robotern ist allerdings nicht zwingend eine Antwort auf den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Laut den Studienautoren weisen nur 17 Prozent der Berufe mit besonders ausgeprägtem Personalmangel auch eine überdurchschnittliche Exposition gegenüber der Robotik auf. In vielen Bereichen bleiben menschliche Fähigkeiten daher schwer zu ersetzen, zumindest mittelfristig.
Eine Frage bleibt offen. Die Untersuchung sagt nicht, wie viele dieser Unternehmen sich bereits mit eigenen Einnahmen tragen. Diese Angabe ist für die finanzielle Tragfähigkeit der Branche wichtig.
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