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Wirtschaft Beschäftigung

Zimmer Biomet streicht in Winterthur bis zu 580 Stellen

Der Hersteller orthopädischer Medizinprodukte will die Produktion am Standort im Kanton Zürich drastisch reduzieren. Die Gewerkschaft Unia fordert den Erhalt der Arbeitsplätze.

von Brenno 10. September 2026 2 Min. Lesezeit

Zimmer Biomet, einer der weltweit grössten Konzerne im Bereich orthopädischer Medizinprodukte mit Sitz in den USA, plant einen drastischen Stellenabbau am Standort Winterthur im Kanton Zürich. Bis zu 580 der derzeit 730 Arbeitsplätze könnten wegfallen.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, das Produktions- und Vertriebsnetz des Konzerns zu vereinfachen, um die Effizienz zu steigern und den langfristigen Erfolg zu sichern. Mit den Arbeitnehmervertretungen wurde ein Konsultationsverfahren eingeleitet, in dem Alternativen geprüft werden sollen, um den Stellenabbau zu begrenzen und die Folgen für die Belegschaft abzumildern.

Der Standort Winterthur gehört seit 2003 zu Zimmer Biomet. Damals hatte der US-Konzern die Firma Centerpulse übernommen, die aus der Sulzer Medica hervorgegangen war, der Medizintechniksparte des Industriekonzerns Sulzer. Der Standort ist bekannt für die Herstellung von Gelenkprothesen für Knie und Hüfte.

«Die Belegschaft soll nicht für die Aktionäre bezahlen»

Die Gewerkschaft Unia reagierte scharf auf die Ankündigung. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Belegschaft in Winterthur die Rechnung für die Bereicherung anonymer Aktionäre eines multinationalen Konzerns bezahlen solle.

Unia weist darauf hin, dass ein Grossteil der Produktion ins Ausland mit tieferen Produktionskosten verlagert werden solle, während in Winterthur ein Kern des Unternehmens bestehen bleiben solle, der gross genug sei, damit Zimmer Biomet seine Produkte auch künftig weltweit als «Swiss Made» verkaufen könne.

Die Gewerkschaft nimmt am laufenden Konsultationsverfahren teil und fordert den Einsatz nicht nur der lokalen Geschäftsleitung, sondern auch der Behörden von Winterthur und des Kantons Zürich, um möglichst viele Stellen zu retten. Laut Serge Gnos von Unia dürfe man nicht einfach zusehen, wie die industrielle Produktion im Kanton in eine Krise gerate.

Offen bleibt, welche Zusagen für den Erhalt von Arbeitsplätzen im Konsultationsverfahren erreicht werden können und welche Rolle die Behörden von Winterthur und Zürich bei der Unterstützung der industriellen Beschäftigung übernehmen könnten, wie von der Gewerkschaft gefordert.

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