Kanton Tessiner Justiz
Betrug über 60 Millionen Franken: Drei Angeklagte im Oktober vor Gericht
Drei Männer sollen einen georgischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Dubai betrogen haben und müssen sich vor dem Schwurgericht verantworten. Der Prozess findet im Oktober statt.
Ein Betrug über 60 Millionen Franken bringt drei Männer vor das Schwurgericht (Assise Criminali). Es ist eine Summe, wie sie vor Tessiner Gerichten nur selten vorkommt. Der Fall betrifft die Region Lugano unmittelbar: Dort hat die Gesellschaft ihren Sitz, der das Opfer sein Vermögen anvertraut hatte.
Das Opfer ist ein georgischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Dubai. Zwischen Frühling 2022 und Juli 2023 vertraute der Mann sein Vermögen jener Gesellschaft mit Sitz in Lugano an, überzeugt vom Versprechen einträglicher Investitionen in einen luxemburgischen Fonds. Laut den Ermittlern hatte der Fonds jedoch nicht die von den EU-Richtlinien vorgeschriebene Struktur, anders als ihm zugesichert worden war. Das Geld sei zudem unrechtmässig verwendet worden, zugunsten der drei Angeklagten und weiterer Personen.
Die Ermittlungen ermöglichten die Beschlagnahmung von rund zehn Millionen Franken. Von den restlichen fünfzig Millionen fehlt dagegen jede Spur.
Die Verhaftungen erfolgten in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 und betrafen drei verschiedene Länder. Festgenommen wurde ein Italiener mit Wohnsitz in Lugano. Dazu kamen ein Belgier, der in Luxemburg gefasst wurde, und ein Iraner, der in Deutschland festgenommen wurde: Die beteiligten Nationalitäten und die Orte der Verhaftungen zeigen die internationale Dimension der Ermittlungen. Seither sitzen die drei im Kantonalgefängnis in Untersuchungshaft und warten darauf, vor Gericht zu erscheinen.
Prozess im Oktober
Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Chiara Borelli hat die drei, wie am Mittwoch bekannt wurde, in den vergangenen Wochen angeklagt. Vor dem Schwurgericht müssen sie sich wegen Betrugs und Urkundenfälschung verantworten, was sie bestreiten. Verteidigt werden sie von den Anwälten Rosa Cappa, Davide Ceroni und Giovanni Molo.
Den Vorsitz des Gerichts, dem auch Geschworene angehören, führt Richter Amos Pagnamenta. Borelli beabsichtigt, für die Angeklagten Freiheitsstrafen von mehr als fünf Jahren zu fordern. Der Prozess findet im Oktober statt, rund ein Jahr nach den ersten Verhaftungen.
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