Kanton Trockenheit
Im Tessin steigt der Wasserverbrauch auf bis zu 500 Liter pro Kopf
In mehreren Gemeinden sind die Wasserreserven auf einem Tiefstand, während die Versorgungsnetze an ihrer Grenze arbeiten. Der Tessiner Wasserverband fordert eine sofortige Reduktion nicht notwendiger Nutzungen.
Die Trinkwasserversorgung im Tessin befindet sich in einer kritischen Phase. Die Associazione acquedotti ticinesi (AAT) ruft die Bevölkerung dazu auf, den Verbrauch sofort zu senken. In zahlreichen Gemeinden haben die Reserven historisch tiefe Werte erreicht.
Das Niederschlagsdefizit dauert seit Oktober 2025 an. Der Frühling und der erste Teil des Sommers gehörten zu den trockensten, die in der Schweiz je gemessen wurden. Mehrere Gemeinden haben bereits Einschränkungen verhängt oder zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Dennoch bleibt der Verbrauch hoch. Laut AAT werden im Durchschnitt teilweise 500 Liter pro Einwohner und Tag erreicht.
Das Problem betrifft nicht nur den Wasserstand in Quellen und Reservoirs. Auch die Verteilnetze stehen unter dauernder Belastung. Fallen Pumpen, Leitungen oder andere Komponenten aus, während das System nahe an seiner Kapazitätsgrenze arbeitet, könnte selbst die Versorgung für grundlegende Bedürfnisse gefährdet sein.
Aufschiebbare Nutzungen
Der Verband fordert die Bevölkerung auf, die Weisungen der eigenen Gemeinde zu beachten und nicht notwendige Nutzungen zu vermeiden. Genannt werden das Waschen von Autos und Vorplätzen, die Bewässerung von Rasen und Gärten sowie andere Tätigkeiten, die verschoben werden können.
Die Lage unterscheidet sich von Netz zu Netz, da die Wasserversorgungen von lokalen Quellen und Infrastrukturen abhängen. Deshalb bleiben die kommunalen Anordnungen für die Einwohner massgebend. Der kantonsweite Appell soll jedoch den Gesamtdruck senken, bevor weitere Schäden oder sinkende Reserven strengere Massnahmen nötig machen.
Die Krise zeigt, wie wichtig die Steuerung der Nachfrage bei anhaltender Trockenheit ist. Kurzfristig lassen sich keine neuen Reserven schaffen. Der verfügbare Spielraum hängt deshalb vor allem davon ab, wie schnell das vorhandene Wasser verbraucht wird.
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