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Welt Biologisches Rechnen

Singapur schaltet ersten Server-Rack mit menschlichen Neuronen ein: 20 kW, um sie am Leben zu halten

Ein Rack mit zwanzig CL1-Einheiten, angetrieben von aus Stammzellen gezüchteten menschlichen Neuronen, wurde in Singapur von NUS Medicine, DayOne und Cortical Labs vorgestellt. Die angegebenen 20 kW dienen dazu, die Zellen am Leben zu erhalten, nicht die Berechnung anzutreiben, und keine Zahl zur tatsächlichen Effizienz wurde veröffentlicht.

von Redazione 22. August 2026 2 Min. Lesezeit

Am 6. August haben NUS Medicine, der Rechenzentrumsbetreiber DayOne und das australische Unternehmen Cortical Labs in Singapur rund achtzig geladenen Gästen ein Rack mit zwanzig CL1-Einheiten gezeigt. Es handelt sich um Computer, die Berechnungen mithilfe lebender menschlicher Neuronen ausführen. Die Partner bezeichnen es als das erste unabhängig betriebene, biologisch integrierte Server-Rack. Die Zellen werden aus Stammzellen am Life Sciences Institute der National University of Singapore gezüchtet.

Das Projekt wird mit dem Stromverbrauch begründet. Biologisches Rechnen wird als ein Weg dargestellt, die Kapazität künstlicher Intelligenz mit einem Bruchteil der Leistung zu steigern, die Silizium-Server benötigen. Die Ankündigung wird allerdings von keiner Zahl gestützt, die diese These belegt. Das von Cortical Labs veröffentlichte Datenblatt gibt für eine einzelne CL1-Einheit eine Leistungsaufnahme zwischen 850 und 1000 Watt an, was für das Rack in Singapur eine Gesamtleistung von 20 Kilowatt bedeutet.

Ein Verbrauch, der das Überleben misst, nicht die Aktivität

Zwanzig Kilowatt sind ein gewöhnlicher Wert: Ein herkömmliches Rechenzentrums-Rack bewegt sich in derselben Grössenordnung. Der Unterschied liegt in der Verwendung des Stroms. Bei einer Maschine wie der CL1 treibt die Elektrizität nicht die Berechnung an, sondern Inkubatoren, Pumpen und Temperaturkontrollsysteme, also alles, was den Tod der Zellen verhindert. Der angegebene Verbrauch beschreibt somit das Überleben der Kultur, nicht ihre Rechenaktivität.

Die auffälligsten Zahlen der Branche betreffen ein anderes Unternehmen: das Schweizer Unternehmen FinalSpark, das von Vevey aus eine Fernplattform mit sechzehn Gehirnorganoiden betreibt, gibt für seine biologischen Prozessoren einen etwa eine Million Mal niedrigeren Verbrauch an als bei digitalen Chips.

In Europa verfolgt man dasselbe Ziel, bleibt dabei aber bei Silizium. In den Niederlanden entsteht ein Zentrum für neuromorphes Rechnen, das auf Chips basiert, die das Verhalten von Neuronen nachahmen, ohne sie ernähren zu müssen.

Cortical Labs richtet sich eher an Kunden als an wissenschaftliche Publikationen. Firmengründer Hon Weng Chong erklärt, der Prototyp "sposta la conversazione dalla ricerca all'applicazione commerciale" (verschiebt das Gespräch von der Forschung zur kommerziellen Anwendung) und nennt als mögliche Anwendungsfelder die Wirkstoffforschung, die humanoide Robotik, die Cybersicherheit und die Betrugserkennung.

Das Lebenserhaltungssystem der CL1 hält die Neuronen bis zu sechs Monate am Leben, eine Wartungsfrist, die kein Silizium-Rack einplanen muss. Die Zahl, die die Frage wirklich klären würde, der Verbrauch pro Einheit nutzbarer Arbeit, wurde bisher von niemandem veröffentlicht.

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