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Kanton Naturgefahren

Sementina: Der Felssturz auf der Kantonsstrasse war eine bekannte Gefahr

Ein Felssturz oberhalb der Kantonsstrasse bei Sementina hat ein vorbeifahrendes Auto beschädigt und den Verkehr rund vier Stunden lang blockiert. Der Kantonsgeologe spricht von einem begrenzten Ereignis, weist aber darauf hin, dass die Risikoanalyse aktualisiert werden muss.

von Brenno 11. Oktober 2026 2 Min. Lesezeit Bellinzonese

Am Freitag, 9. Oktober, löste sich ein Felsblock vom Hang oberhalb der Kantonsstrasse von Sementina im Bellinzonese und traf ein vorbeifahrendes Auto. Verletzt wurde niemand, doch die Strasse musste für rund vier Stunden gesperrt werden, was den Verkehr in der Region erheblich beeinträchtigte.

Das abgerutschte Material stammte von einer Stelle rund 30 Meter oberhalb der Fahrbahn. Die Einsatzkräfte arbeiteten bis Mitternacht, um rund zwanzig Kubikmeter Geröll zu beseitigen, darunter Felsblöcke von je etwa drei Tonnen. In den folgenden Tagen wurde die Strasse mit Betonblöcken und Schutznetzen gesichert.

Laut Kantonsgeologe Jean Frédéric Kauffmann war ein Hebeleffekt die Ursache: «Si è trattato di un effetto leva esercitato da una radice» (Es handelte sich um einen Hebeleffekt, der von einer Wurzel ausgeübt wurde), erklärte er. Verstärkt wurde der Effekt durch die Quellung und Sättigung des Bodens nach den Regenfällen der vergangenen Wochen. Kauffmann bezeichnet das Ereignis als begrenzt, betont aber, dass es ernst genommen werden müsse, weil der Streckenabschnitt stark befahren ist.

Eine bekannte Gefahr

Entlang derselben Kantonsstrasse, in Richtung Gudo, waren in der Vergangenheit bereits ähnliche Rutschungen aufgetreten. Die Gefahr war den Behörden also bekannt. Oberhalb der Wohnhäuser in der Bauzone waren bereits Schutznetze installiert worden, während das Risiko oberhalb der Strasse als vertretbar eingeschätzt worden war.

Kauffmann präzisiert, dass sich die Schutzkriterien nicht ändern werden, die Gefahrenanalyse aber angesichts des Vorfalls aktualisiert werden müsse. Der Kantonsgeologe weist zudem darauf hin, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Ereignisse erhöht und dass die Behörden heute über deutlich detailliertere Kataloge verfügen als in der Vergangenheit, was eine genauere Risikobewertung erlaubt.

Offen bleibt, mit welchen Mitteln der Kanton Tessin die Kartierung gefährdeter Hänge entlang der stark befahrenen Strassen aktualisieren will und welche konkreten Massnahmen für jene folgen, die in diesen exponierten Gebieten wohnen oder täglich durchfahren.

Kanton Bellinzonese Originalquelle

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