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Schweiz Krankenversicherung

Comparis erwartet für 2027 einen Anstieg der Krankenkassenprämien um 3,7 Prozent

Laut Comparis werden die Prämien der Schweizer Krankenkassen 2027 um 3,7 Prozent steigen. Der Anstieg wäre damit geringer als in den vergangenen Jahren. Die weltweite Wirtschaftslage bleibt jedoch ein Risikofaktor.

von Brenno 3. August 2026 2 Min. Lesezeit

Comparis erwartet für 2027 einen Anstieg der Prämien der obligatorischen Krankenpflegeversicherung um 3,7 Prozent. Die Schätzung deutet weiterhin auf ein starkes Wachstum hin. Dieses fällt jedoch geringer aus als in den vergangenen Jahren.

Gemäss den vom Portal zitierten Daten sind die Prämien 2023 um 6,6 Prozent, 2024 um 8,7 Prozent und 2025 um 6 Prozent gestiegen. Für das laufende Jahr wird ein Anstieg von 4,4 Prozent erwartet oder ist bereits angekündigt.

Die Prognose von Comparis berücksichtigt auch die internationale Wirtschaftsentwicklung. Eine Verschlechterung der weltweiten Lage könnte sich auf die Erträge aus den Investitionen der Krankenkassen auswirken. Diese Erträge tragen dazu bei, den Druck auf die Prämien zu begrenzen.

Im letzten berücksichtigten Jahr erreichten die Kapitalerträge der von den Versicherungen angelegten Gelder 5,4 Prozent. Das entspricht 807 Millionen Franken. Der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag dagegen bei rund 1,6 Prozent. Laut Comparis könnte ein ähnliches Ergebnis jedoch rasch zurückgehen.

Die Entwicklung der Gesundheitskosten

Die Schätzungen basieren auf den Daten der Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Die gesamten Gesundheitsausgaben in der Schweiz sind 2025 um 3,7 Prozent gestiegen. Für 2026 und 2027 erwartet die KOF einen Anstieg um 3,6 beziehungsweise 3,5 Prozent.

Die Kosten, die für die Prämien der Grundversicherung massgebend sind, steigen jedoch etwas stärker als die gesamten Gesundheitsausgaben. Comparis führt den Unterschied auf die Erweiterung des Leistungskatalogs zurück. Als Beispiele nennt das Portal die psychologische Psychotherapie, Abnehmspritzen und die Betreuung von Angehörigen.

In den vergangenen Jahren haben die Spitäler dazu beigetragen, den Kostenanstieg zu begrenzen. Sie haben ihre Defizite reduziert oder beseitigt. Auch die Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen hatte eine dämpfende Wirkung. Die Umsetzung der Pflegeinitiative dürfte die Ausgaben dagegen erhöhen.

Für die versicherten Personen rückt die Prognose die Frage nach der Tragbarkeit der Prämien wieder ins Zentrum. Offen bleibt, wie die steigenden Kosten verteilt werden können, ohne den Zugang zur medizinischen Versorgung einzuschränken und ohne die gesamte Belastung auf die Haushaltsbudgets abzuwälzen.

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