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Wirtschaft Wirtschaftsnobelpreis

Wirtschaftsnobelpreis an Hall und Woodford, Fehr geht erneut leer aus

Der Preis 2026 geht an die US-Ökonomen Robert Hall (Stanford) und Michael Woodford (Columbia) für ihre Arbeiten zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung. Der Schweizer Ernst Fehr, seit Jahren unter den Kandidaten, geht erneut leer aus.

von Gottardo 13. Oktober 2026 2 Min. Lesezeit

Der Wirtschaftsnobelpreis 2026 ist am Montag an Robert E. Hall, Professor in Stanford, und an Michael Woodford, der an der Columbia University lehrt, verliehen worden. Die Auszeichnung würdigt ihre Arbeiten «über die mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung».

Laut dem Komitee der Schwedischen Akademie der Wissenschaften haben die von den beiden Ökonomen entwickelten Modelle die Fähigkeit verbessert, wirksame Stabilisierungspolitiken umzusetzen, die helfen, Wirtschaftskrisen zu bekämpfen und die Inflation unter Kontrolle zu halten. Hall und Woodford untersuchten, wie Unternehmen und private Haushalte auf staatliche Eingriffe und geldpolitische Entscheide reagieren, insbesondere mit Blick auf die Rolle der Erwartungen für die Zukunft. Ihre Arbeit zeigt, dass die blosse Ankündigung einer Massnahme durch eine Regierung oder eine Zentralbank ausreichen kann, um das Wirtschaftsverhalten zu beeinflussen.

Diese Unterscheidung ist für die öffentlichen Finanzen nicht unerheblich: Wenn die Glaubwürdigkeit einer Ankündigung bereits die Erwartungen von Unternehmen und Haushalten lenken kann, stellt sich die Frage, inwiefern dieser Mechanismus den Bedarf an teureren Ausgabenmassnahmen verringern kann – und wie lange er wirksam bleibt, wenn das Vertrauen in die Institutionen schwindet. Die Quelle geht auf diese Fragen nicht ein, doch die preisgekrönten Arbeiten liefern dafür einen Rahmen.

Seit Jahren unter den möglichen Preisträgern genannt, ging hingegen der Schweizer und österreichische Staatsbürger Ernst Fehr, der an der Universität Zürich lehrt, leer aus. Fehr gilt als eine führende Figur der Verhaltensökonomie: Seine Studien haben dazu beigetragen, die Figur des «homo economicus», der nur dem eigenen Interesse folgt, zu relativieren.

Ein junger Preis, nicht Teil der ursprünglichen Nobelpreise

Der Wirtschaftsnobelpreis gehört nicht zu den von Alfred Nobel gestifteten Auszeichnungen. Er wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens geschaffen und wird, wie die anderen Preise, am 10. Dezember, dem Jahrestag von Nobels Tod, verliehen.

2025 ging der Preis an Joel Mokyr, israelisch-amerikanischer Staatsbürger mit Geburtsort in den Niederlanden, an den Franzosen Philippe Aghion und an den Kanadier Peter Howitt, für ihre Erklärung der Rolle der Innovation im Wirtschaftswachstum: Mokyr erhielt die Hälfte des Preises, die beiden anderen je ein Viertel.

Letzte Woche waren bereits die übrigen Nobelpreise 2026 bekanntgegeben worden: Medizin an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel; Physik an Francis Halzen; Chemie an Henri B. Kagan und Kenso Soai; Literatur an Anne Carson; Frieden an Navi Pillay.

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