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Kanton Energie

Strompreise sinken 2027 in weiten Teilen des Tessins

Die grössten Tessiner Stromversorger haben für nächstes Jahr Tarifsenkungen angekündigt, die dritte in Folge nach dem Höchststand von 2024. Die Preise bleiben aber höher als 2022.

von Gottardo 1. September 2026 2 Min. Lesezeit

2027 wird der Strom für einen grossen Teil der Tessiner Haushalte günstiger. Die wichtigsten Verteilnetzbetreiber des Kantons haben Tarifsenkungen angekündigt, den dritten Rückgang in Folge nach dem 2024 erreichten Höchststand.

Die Azienda Multiservizi Bellinzona hatte bereits eine Senkung um 5 Prozent angekündigt, was einer Durchschnittsfamilie eine jährliche Ersparnis von 54 Franken bringt. Die Aziende Industriali di Mendrisio senken ihre Tarife um 6,5 bis 7,4 Prozent, was rund 90 Franken Ersparnis bedeutet. Am Montag kündigte auch die Società Elettrica Sopracenerina eine Senkung an: um 4 Prozent im Tessiner Versorgungsgebiet und um 5,5 Prozent in den vier von ihr belieferten Gemeinden in Mesolcina und Calanca. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4'500 Kilowattstunden bedeutet das eine Ersparnis von 53 respektive 73 Franken.

Trotz drei aufeinanderfolgender Senkungen bleibt die Stromrechnung teurer als 2022, vor dem Krieg in der Ukraine. Damals bezahlte eine Durchschnittsfamilie 1'112 Franken pro Jahr; 2024, auf dem Höhepunkt der Energiepreise, waren es 1'571 Franken; 2027 werden es 1'295 Franken sein, immer noch fast 200 Franken über dem Niveau vor dem Konflikt.

Preise hängen von der Geopolitik ab

Laut dem Verkaufsleiter der Sopracenerina, Andrea Pedroni, ist eine Rückkehr zu den Preisen vor dem Konflikt unwahrscheinlich: "Tornare a quelle tariffe sarà difficile, perché le tensioni a livello geopolitico sono ormai purtroppo una costante. Questo fa sì che i prezzi dell'energia a livello globale aumentino e crea molta insicurezza per il futuro" ("Zu diesen Tarifen zurückzukehren, wird schwierig sein, weil die geopolitischen Spannungen inzwischen leider eine Konstante sind. Das lässt die Energiepreise weltweit steigen und schafft grosse Unsicherheit für die Zukunft").

Die Sopracenerina wird 37 Millionen Franken ins Netz investieren, auch um sinkende Einnahmen auszugleichen. Der Rückgang erklärt sich durch die zunehmende Eigenproduktion dank privaten Solaranlagen sowie durch den Klimawandel, der den Heizbedarf der Haushalte verringert.

Die Entwicklung zeigt, wie die dezentrale Produktion bereits die Bilanzen der Stromversorger belastet, die das Netz mit weniger planbaren Einnahmen finanzieren müssen. Offen bleibt, ob die Einsparungen der Haushalte langfristig ausreichen, um die nötigen Investitionen in die Infrastruktur zu decken, ohne Nutzer und Steuerzahler zusätzlich zu belasten.

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