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Wirtschaft Geldpolitik

EZB erhöht Leitzins um einen Viertelpunkt auf 2,50%

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben, um der über dem Ziel liegenden Inflation entgegenzuwirken, die durch den Konflikt im Nahen Osten begünstigt wird. Der Einlagensatz steigt auf 2,50%.

von Gottardo 11. September 2026 2 Min. Lesezeit

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag beschlossen, die Zinssätze um einen Viertelprozentpunkt zu erhöhen. Der Einlagensatz steigt von 2,25% auf 2,50%, der Hauptrefinanzierungssatz auf 2,65% und der Satz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,90%. Die Anleger hatten mit dieser Entscheidung fast mit Sicherheit gerechnet.

Es handelt sich um die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr, nach jener im Juni. Im Juli hatte die Frankfurter Notenbank die Zinssätze unverändert belassen, aber bereits die Tür für einen weiteren Schritt im September offengelassen.

Die EZB begründet ihre Entscheidung mit dem Anstieg der Inflation im Euroraum, die wegen des andauernden Konflikts im Nahen Osten deutlich über dem Ziel von 2% liegt. In ihrer geldpolitischen Mitteilung beschrieb die Notenbank die Aussichten als "molto incerte, con rischi al rialzo per l'inflazione e al ribasso per la crescita economica" (auf Deutsch: "sehr unsicher, mit Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum"). Die Inflationsschätzung für dieses Jahr bleibt bei 3%, doch die Prognosen für die Folgejahre wurden nach oben korrigiert: 2,5% für 2027 und 2,1% für 2028, weiterhin über dem mittelfristigen Ziel.

Die Kosten der Kreditaufnahme

Eine Erhöhung der Leitzinsen führt in der Regel zu teureren Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte: Hypotheken, Kredite und neue Staatsanleihen werden teurer. Für die Länder des Euroraums mit hoher Staatsverschuldung bedeutet die Erhöhung steigende Zinslasten, ein Faktor, der auf bereits angespannten öffentlichen Haushalten lastet.

Für die Schweiz und für das Tessin, wo ein grosser Teil des Wirtschaftsaustauschs über den Wechselkurs Euro-Franken läuft, bleiben die Entscheide der EZB ein ständiger Bezugspunkt. Eine grössere Zinsdifferenz zwischen Frankfurt und Bern kann sich auf den Wechselkurs und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen und des grenzüberschreitenden Tourismus auswirken. Die Schweizerische Nationalbank verfolgt eine eigene Geldpolitik, kann die Entscheide der EZB bei der Beurteilung der Frankenentwicklung aber nicht ausser Acht lassen.

Offen bleibt, wie lange die EZB eine restriktive Politik beibehalten muss, bis die Inflation dauerhaft zum Ziel zurückkehrt, und zu welchem Preis in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Kreditkosten für die Privatwirtschaft.

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