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Crans-Montana: Die Betreiber des Brandlokals stehen an zwei Fronten unter Druck

Die Ermittlungen gegen Jacques und Jessica Moretti, die Besitzer des Lokals Le Constellation in Crans-Montana, das durch einen Brand mit 41 Toten und 115 Verletzten zerstört wurde, gehen weiter. Das Paar wird zudem wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und Betrug im Zusammenhang mit der finanziellen Führung ihrer Unternehmen untersucht.

von Gottardo 31. August 2026 2 Min. Lesezeit

Die Ermittlungen rund um Jacques und Jessica Moretti, die Besitzer des Lokals Le Constellation in Crans-Montana, gehen an mehreren Fronten weiter. Das Lokal wurde durch einen Brand zerstört, der 41 Todesopfer und 115 Verletzte forderte.

In Sitten ist für Montag, den 31. August, die Befragung einer ehemaligen Angestellten der Bar vorgesehen. Ihre Aussage könnte helfen zu klären, wie sehr sich das Paar der Brandrisiken bewusst war. Parallel dazu wird gegen die Moretti auch wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und Betrug ermittelt, in einem Verfahren, das mit der finanziellen Führung ihrer Unternehmen zusammenhängt.

Gemäss der Wochenzeitung «Le Matin Dimanche» wird die Frau als Auskunftsperson angehört. Ihre Befragung könnte Hinweise darauf liefern, wie gut die Moretti vor der Tragödie über das Risiko einer raschen Ausbreitung der Flammen im Lokal Bescheid wussten.

Verdacht auf fragwürdige Finanzgebaren

Mit der finanziellen Seite des Falls befasst sich die SonntagsZeitung, die die Buchhaltung der Unternehmen des Paares geprüft hat. Laut dem Zürcher Sonntagsblatt finden sich in den Unterlagen verdächtige Anweisungen, eine unübliche Steuerpraxis und offenbar überhöhte Löhne. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat gegen die Betreiber des Constellation ein Verfahren wegen Verdachts auf Geldwäscherei und Betrug eröffnet.

Zu den vom Blatt geschilderten Vorfällen gehört eine Nachricht, in der Jessica Moretti ihre Treuhänderin darum gebeten haben soll, ein Dokument mit Korrekturflüssigkeit zu bearbeiten, um den Vermerk zu einer Mietvorauszahlung unkenntlich zu machen. Gemäss einem der SonntagsZeitung vorliegenden Dokument soll Moretti geschrieben haben: «Stampa il documento, copri quel punto con il bianchetto e scansionalo di nuovo. Non si vedrà nulla» («Drucke das Dokument aus, überdecke die Stelle mit Korrekturflüssigkeit und scanne es erneut ein. Man wird nichts sehen»). Der Beleg betraf Eigenmittel für den Kauf und die Renovation eines weiteren Restaurants, des Vieux Chalet in Lens.

Für die Finanzierung mussten die Moretti der Walliser Kantonalbank und dem Grundbuchamt nachweisen, über 250'000 Franken unbelastetes Eigenkapital zu verfügen. Laut der SonntagsZeitung stammte ein erheblicher Teil dieser Summe jedoch aus einem Darlehen einer selbst stark verschuldeten Gesellschaft.

Der Fall wirft Fragen zur Prüfung der von Banken verlangten Eigenkapitalnachweise vor einer Finanzierung auf, sowie zur Verantwortung von Betreibern öffentlich zugänglicher Lokale für deren Sicherheit.

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