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Welt Korsika

Die FLNC lehnt das Autonomiestatut ab und droht den Nichtkorsen

Die Untergrundgruppe hat eine geheime Pressekonferenz einberufen, um die von der Nationalversammlung bereits gutgeheissene Reform abzulehnen. Die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet.

von Redazione 6. August 2026 2 Min. Lesezeit

Die bewaffnete Untergrundgruppe Front de Libération nationale corse - Union des Combattants hat das für Korsika vorgesehene Autonomiestatut abgelehnt und Drohungen gegen jene ausgesprochen, die als Nichtkorsen einen Umzug auf die Insel erwägen. Die französische nationale Antiterror-Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eröffnet.

Die Ankündigung erfolgte an einer heimlichen Pressekonferenz, die von Corse-Matin bekannt gemacht wurde, dem einzigen anwesenden Medium an einem nicht genannten Ort. Teil nahmen rund fünfzehn bewaffnete und vermummte Personen, die den Autonomieprozess als «pagliacciata», als Farce, bezeichneten.

Der institutionelle Weg ist dagegen weit fortgeschritten. Die französische Nationalversammlung hat den Verfassungsgesetzentwurf am 23. Juni gutgeheissen, und der Senat dürfte ihn ab dem 21. Oktober beraten.

Die Vorwürfe an die nationalistischen Parteien

Nach Auffassung der Gruppe führt das Gesetz «porta alla negazione dell'esistenza del nostro popolo e al diniego delle principali rivendicazioni» («zur Verneinung der Existenz unseres Volkes und zur Zurückweisung der wichtigsten Forderungen»). Der Vorwurf richtet sich nicht nur an Paris: Die FLNC wirft auch den nationalistischen Parteien Täuschung vor und nennt Femu a Corsica, Core in Fronte und die Parti de la nation corse.

Das Thema der Zuwanderung steht im Zentrum der Mitteilung. Die Gruppe prangert eine Kolonisierung an, die sie als «galoppante», also galoppierend, bezeichnet, und verweist auf die Ankunft von rund 5000 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern, überwiegend französische Staatsangehörige, die zur Arbeit oder zum Kauf von Zweitwohnungen gekommen sind.

Daraus ergibt sich die Haltung zum Verfassungsprojekt, das nach Ansicht der FLNC gerade deshalb ein schwerer politischer Fehler ist, weil es diese Ansiedlung ermöglichen würde.

Die härteste Passage richtet sich an jene, die von aussen kommen. Die Botschaft der Gruppe lautet «restate a casa vostra» («bleibt zu Hause»), mit der Warnung «non consideratevi al sicuro sul nostro territorio nazionale» («haltet euch auf unserem nationalen Gebiet nicht für sicher»).

Der Vorgang zeigt den Abstand zwischen der institutionellen Verhandlung und ihrer politischen Basis. Das Autonomieprojekt beruht auf jahrelangen Gesprächen zwischen Paris und den gewählten nationalistischen Parteien, und gerade diesen Weg bestreitet die Untergrundgruppe, zusammen mit jenen, die ihn geführt haben.

Für die italienische Schweiz hat der Fall ein fernes, aber nicht bedeutungsloses Echo. Die Spannung zwischen alteingesessener Bevölkerung und Neuzuzügern in touristischen Regionen mit starkem Zweitwohnungsmarkt kehrt in ganz anderer Form und Stärke auch im Alpenraum wieder.

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