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Welt Klima

Naturkatastrophen: 112 Milliarden Verluste in sechs Monaten

Die Erhebung der Munich Re weist für das erste Halbjahr Schäden von fast 112 Milliarden Dollar aus, wovon nur 44 versichert waren. Hitzewellen prägten den Zeitraum in Europa und Nordamerika.

von Brenno 4. August 2026 3 Min. Lesezeit

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 verursachten Naturkatastrophen weltweit Verluste von schätzungsweise fast 112 Milliarden Dollar. Nur 44 Milliarden waren versichert. Die Differenz entspricht einer Deckungslücke von 60 Prozent, wie die regelmässige Erhebung der Munich Re zeigt.

Dieser nicht versicherte Anteil fällt auf Haushalte, Unternehmen und öffentliche Kassen zurück. Es ist jener Teil des Schadens, der keinen Ausgleich findet und am längsten auf jenen lastet, die am wenigsten Spielraum für den Wiederaufbau haben.

Das Halbjahr war von Rekordhitzewellen in Nordamerika und Europa geprägt. Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen diesen Ereignissen und dem Klimawandel. Eine in Europa durchgeführte Untersuchung schätzt, dass die jüngste Hitzewelle rund 3,5 Grad kühler ausgefallen wäre, hätte sie vor fünfzig Jahren stattgefunden. Der Kontinent erwärmt sich schneller als der Rest des Planeten, mit mehr als der doppelten Rate des globalen Mittels.

Ein schwer zu beziffernder Schaden

Die menschlichen Folgen sind bereits messbar. Allein in Deutschland schätzt das Robert-Koch-Institut, dass die extreme Hitze zwischen April und Juni über 5000 Todesfälle verursacht hat.

Die wirtschaftliche Wirkung von Hitzewellen zu beziffern, ist schwieriger. Solche Ereignisse richten in der Regel keine direkten Gebäudeschäden an. Die Verluste entstehen vor allem durch geringere Produktivität und Produktionsunterbrüche sowie durch Schäden an Infrastrukturen, Unterbrüche im Verkehr und schlechte Ernten.

Eine OECD-Studie auf Basis von Unternehmensdaten aus 23 fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat die Wirkung auf die Arbeit gemessen. An sehr heissen Tagen sinkt die Produktivität deutlich. Bei zehn zusätzlichen Tagen über 35 Grad geht die jährliche Arbeitsproduktivität im Schnitt um 0,3 Prozent zurück. Das entspricht in etwa der Wirkung eines um fünf Prozent höheren Energiepreises.

Die Last dieser Tage verteilt sich ungleich. Sie trifft vor allem jene, die im Freien oder in nicht klimatisierten Räumen arbeiten, wo die Wahl zwischen Einkommen und Gesundheit konkret wird.

Die Hitze war nicht der einzige Faktor des Halbjahres. In Europa verursachten Winterstürme ausgedehnte Schäden, mit einem Gesamtwert der Naturereignisse von rund 22 Milliarden Dollar und versicherten Schäden von etwas über 7 Milliarden, über dem Mittel der letzten zehn Jahre.

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