Zum Inhalt
il Cantonale

Unabhängige digitale Zeitung der italienischen Schweiz

Schweiz Umweltpolitik

Bundesrat will Mittel für Wälder kürzen

Ab 2027 würden die Finanzmittel zur Unterstützung der Schweizer Wälder bei der Anpassung an Hitze und Trockenheit nicht mehr in der Finanzplanung des Bundes figurieren. Die Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft kritisiert den Entscheid.

von Brenno 3. August 2026 2 Min. Lesezeit

Der Bundesrat beabsichtigt, die Mittel für die Anpassung der Schweizer Wälder an den Klimawandel ab 2027 einzustellen. Der Entscheid wurde von der NZZ am Sonntag vorweggenommen und vom Bundesamt für Umwelt gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt.

Die Massnahme erfolgt, während die Vegetation extremen Hitzeperioden und Trockenheit ausgesetzt ist. In der Finanzplanung des Bundes sind für diesen Zweck keine Mittel mehr vorgesehen, die dem BAFU zugewiesen werden. Laut der Zürcher Zeitung soll Umweltminister Albert Rösti diese Mittel ab dem kommenden Jahr aus der Planung gestrichen haben.

Im Jahr 2020 hatte das Parlament über vier Jahre 100 Millionen Franken vorgesehen. Ein Teil dieser Mittel diente dazu, Baumarten zu pflanzen, die widerstandsfähiger gegen hohe Temperaturen und Wassermangel sind. Das Programm war 2023 verlängert worden, allerdings mit einer um rund einen Drittel gekürzten Finanzierung.

Die Konferenz für Wald, Wildtiere und Landschaft reagierte mit Bestürzung. Ihre Haltung wurde in der Meldung wiedergegeben, ohne weitere Einzelheiten zu möglichen Forderungen der Organisation.

Risiken und Kosten für die Bewirtschaftung

Stefan Müller, Regierungsrat von Appenzell Innerrhoden und Mitglied des Vorstands der Konferenz, weist auf ein zunehmendes Waldbrandrisiko auch nördlich der Alpen hin. Hitzewellen verursachen zudem immer grössere Schäden an den Wäldern und machen deren Bewirtschaftung teurer.

«La decisione giunge quindi in un momento a dir poco inopportuno», sostiene Müller. («Der Entscheid kommt daher zu einem höchst unpassenden Zeitpunkt», sagt Müller.)

Die Kürzung der Mittel betrifft Massnahmen, mit denen die Wälder auf schwierigere klimatische Bedingungen vorbereitet werden sollen. Die Quelle gibt nicht an, ob der Bundesrat bereits einen endgültigen Entscheid getroffen hat und welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten vorgesehen sind.

Damit bleibt die Frage offen, wie die notwendigen Massnahmen zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Wälder unterstützt werden sollen. Dies geschieht in einer Phase, in der die Schäden im Zusammenhang mit Hitze und Trockenheit sowie Waldbränden zunehmen.

Kommentare

Keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.

Kommentar schreiben