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Kanton Kantonsfinanzen

Graubünden: Budget 2027 mit tieferem Defizit, Steuereinnahmen erstmals über einer Milliarde

Die Bündner Regierung präsentiert das Budget 2027 mit einem Defizit von 99,3 Millionen Franken, tiefer als im Vorjahr. Erstmals übersteigen die Steuereinnahmen die Milliardengrenze, auch dank eines deutlichen Anstiegs der Steuererträge.

von Gottardo 15. Oktober 2026 2 Min. Lesezeit Grigioni

Die Regierung des Kantons Graubünden hat am Mittwoch das Budget 2027 vorgestellt, das sechs der acht vom Grossen Rat festgelegten finanzpolitischen Indikatoren einhält. Laut der Regierung sind die Finanzen solide: Der Ausgabenanstieg sei deutlich eingedämmt worden, während sich die Steuereinnahmen positiv entwickelten.

Die Kantonsrechnung sieht ein Defizit von 99,3 Millionen Franken vor, tiefer als die für 2026 budgetierten 111,3 Millionen. Das laufende Jahr dürfte gemäss Regierung dagegen ausgeglichen oder mit einem deutlichen Überschuss abschliessen, auch dank höherer Erträge der Graubündner Kantonalbank.

Für 2027 sind ordentliche Ausgaben von 3139,3 Millionen Franken und ordentliche Erträge von 3019,7 Millionen Franken geplant. Die Steuereinnahmen steigen um 33,5 Millionen Franken (+3,4 %) und übersteigen erstmals die Milliardengrenze, obschon sich die 2026 beschlossene Steuersenkung nun vollständig auswirkt. Der Anstieg geht auf die positive Entwicklung der Steuererträge im laufenden Jahr zurück. Hinzu kommt eine Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von 60,8 Millionen Franken, viermal höher als erwartet, sowie eine Zunahme von 10 Millionen Franken aus dem nationalen Finanzausgleich, mitgetragen von ergänzenden Bundesbeiträgen in Höhe von 49,7 Millionen Franken.

Investitionen und Beiträge belasten den Finanzplan

Die vom Kanton zu finanzierenden Nettoinvestitionen bleiben mit rund 365 Millionen Franken auf historisch hohem Niveau. Sie betreffen vor allem Grossprojekte wie den Neubau des Zentrums der Fachhochschule Graubünden in Chur sowie ab 2027 die Sanierung des Bündner Naturmuseums in Chur. Der Finanzplan 2028-2030 weist Defizite von bis zu 199 Millionen Franken aus, ein Zeichen, dass das Gleichgewicht über den Budgethorizont hinaus fragil bleibt.

Der grösste Ausgabenposten des Kantons bleiben die Beiträge an öffentliche Institutionen und Dritte, die im Budget 2027 zwischen Erfolgsrechnung und Investitionsrechnung fast 1,5 Milliarden Franken erreichen. In den letzten vier Jahren sind diese Beiträge im Schnitt um 5,7 Prozent pro Jahr gewachsen, mehr als dreimal so stark wie das Wirtschaftswachstum des Kantons, das bei 1,7 Prozent pro Jahr lag. Am stärksten gestiegen sind die individuelle Prämienverbilligung, die Beiträge an Spitäler und Pflegeheime, der öffentliche Verkehr sowie die Massnahmen der schulischen Heilpädagogik.

Die Kluft zwischen dem Wachstum der Sozial- und Gesundheitsausgaben und jenem der realen Wirtschaft wirft die Frage auf, wie lange der Kanton derart umfangreiche Investitionen finanzieren kann, ohne diese Ausgabenautomatismen zu überprüfen, zumal sich die ausserordentlichen Steuereinnahmen von 2027 in den kommenden Jahren nicht zwingend wiederholen dürften.

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